Diaplant: Jahreshauptversammlung und Weihnachtsfeier sehr gut besucht

04.12.2012 09:04

 

Mehr als 100 Personen waren am 2. Dezember 2012 nach Leonding in den Kremstalerhof zur JHV 2012 und der anschließenden Weihnachtsfeier gekommen.

Um 11 Uhr eröffnete Obmann Rudolf Brettbacher die Versammlung, begrüßte die anwesenden Mitglieder, sowie Beirat MR Dr. Reinhard Kramar und als Gäste Herrn Hubert Kehrer, den Leiter der SHG für Leberkranke und Lebertransplantierte OÖ und Sprecher des Transplantforums OÖ., Herrn Neuherz von der Fa. Baxter sowie Herrn Karl Münzner vom Verband der Herz- und Lungentransplantierten. Die Beschlussfähigkeit war statutengemäß eine halbe Stunde nach Beginn der Jahreshauptversammlung  gegeben, weil weniger als die Hälfte der Mitglieder anwesend waren. Totengedenken: Wie alljährlich wurde der im abgelaufenen Vereinsjahr Verstorbenen gedacht, wobei Obmann Brettbacher in besonderer Weise des in diesem Jahr verstorbenen Präsidenten der Arge Niere Österreich, Gerold Schackl, gedachte. Anschließend entzündete Helga Ortbauer eine Kerze zum Gedenken und las ein kurzes Gebet. Verbunden damit wurde auch den Dank an alle Organspender, die vielen von uns das Weiterleben in zufriedenstellender Gesundheit ermöglichten.

       Herr Neuherz und H. Kehrer

  Mag. J. Lukas, H. Ortbauer, MR Dr. R. Kramar und
  Obmann  R. Brettabcher

 


Bericht des Obmanns Rudolf Brettbacher

Arge Niere Österreich (ANÖ):  Für die Nierenpatienten ist dies das wichtigste Forum, in dem wir unsere speziellen Interessen gegenüber Politik, wichtigen Organisationen und Öffentlichkeit vertreten können. Die Nachfolge von Präsident Gerold Schackl hat seit der Neuwahl im April Erich Längle, der Landesobmann von Vorarlberg, angetreten. Zu seinem Stellvertreter ist Mag. Julius Lukas gewählt worden.
Dachverband Organtransplantierter Österreich (DOTÖ): Die im Vorjahr gegründete Dachorganisation hat ihre „Feuertaufe“ heuer bestanden, als sie vom Gesundheitsministerium zu einer Stellungnahme für das neue Transplantationsgesetz eingeladen wurde und dort die Anliegen der Transplantierten einbrachte, die schließlich (mit Ausnahme der Forderung nach einem Lebendspenderegister) in den Gesetzestext einflossen. Insgesamt konnte die Situation der Lebendspender verbessert und gesetzlich verankert werden.
Das neue Transplantationsgesetz OTPG:  Zu diesem rechtlichen Thema ergriff unser Jurist Mag. Lukas das Wort und führte aus, dass unsere gesetzliche Regelung der Widerspruchslösung im Kranken- und Kuranstaltengesetz sehr gut geregelt war und Österreich einen Spitzenplatz hinsichtlich der Organspende ermöglichte. Um in allen Staaten eine bessere Sicherheit zu erreichen, erließ die  EU 2010 eine Richtlinie, die in den Mitgliedsstaaten in eigene Gesetze umgesetzt werden muss. Dies war der direkte Anlass für die Erarbeitung des Transplantationsgesetzes OTPG. Es wurde am 29. 11. 2012 vom Bundesrat einstimmig beschlossen, nachdem es vom Nationalrat (ebenfalls einstimmig) verabschiedet worden war. Es ist seit 14. Dezember 2012 in Kraft.
In dem vorangegangenen Begutachtungsverfahren wurde das Ergebnis einer Sitzung des Dachverbandes Organtransplantierter, die Mitte Juni in Windischgarsten unter unserer Teilnahme stattfand, auf der Parlaments-Homepage veröffentlicht und entsprechend zur Kenntnis genommen. Wir haben dabei ganz massiv die Sicherung der Nachsorge von Lebendspendern sowie die Schaffung eines Lebendspenderegisters eingefordert, welches schon vorbereitet war. Leider wurde dieses jedoch nicht in den Entwurf des Transplantationsgesetzes aufgenommen, was alle unsere Mediziner und Organisationen zu teilweise sehr scharfen Stellungnahmen veranlasst hat. Unsere Forderung nach sozialversicherungsrechtlicher Absicherung der Lebendspender wurde durch eine Änderung des allg. Sozialversicherungsgesetzes vollinhaltlich erfüllt. Einziger Wermutstropfen des neuen Transplantationsgesetzes ist also, dass wir noch kein Lebendspenderegister haben. Dies soll nun auf anderen Wegen weiterhin angestrebt werden. Der Bericht des Gesundheitsausschusses verwendete übrigens fast wörtlich die Passagen unserer Stellungnahme. Als besonders positiv ist in diesem Zusammenhang die ausgezeichnete partnerschaftliche Zusammenarbeit der Ärzte mit unseren Patientenverbänden zu werten.

Das Lebendspenderegister: Am 28. November nahm Mag. Julius Lukas an einer Sitzung des Transplantationsbeirates von Gesundheit Österreich teil, bei der auch die für die Streichung des Lebendspenderegisters Verantwortliche des Gesundheitsministeriums anwesend war. Es wurde scharfer Protest geübt, nicht zuletzt auch durch den ebenfalls teilnehmenden Prof. Dr. Mühlbacher. Die Dame erwiderte darauf: „Ja, wir müssen das alles noch erarbeiten….“.  Die DOTÖ bleibt jedenfalls für uns am Ball und wird sich weiter dafür einsetzen, dass auch das Lebendspenderegister Gesetz wird. Dem kommt auch die gesamteuropäische Regelung entgegen, nachdem nun schon 4 Staaten ein solches Lebendspenderegister haben.

Aktionstag Green Ribbon in Linz anlässlich des Transplantationsjubiläums der Elisabethinen am 14. September: Das KH der Elisabethinen hat heuer die tausendste Niere transplantiert und dieses Jubiläum in verschiedener Weise festlich begangen, wobei unsere Selbsthilfegruppe zur aktiven Mitarbeit eingeladen war. Wir konnten einen Infostand auf dem Taubenmarkt benutzen und dort ganztägig etwa 700 Passanten über Organspende informieren sowie ihre Meinungen hören. Der Obmann bedankt sich aus diesem Grund herzlich bei allen Vorstandsmitgliedern, die daran mit großer Freude mitgearbeitet haben. Wir wirkten auch an der Gestaltung des Dankgottesdienstes und bei der Pflanzung eines „Tree Of Life“ am 9. Oktober mit. Die würdige Feier wurde von drei Priestern zelebriert, von denen einer (Pfarrer Heinzl) selbst transplantiert und Mitglied unserer Vereinigung ist.
Symposium im Gesundheitsministerium und Green Ribbon-Tag in Wien
Oberösterreich stellte bei dieser Veranstaltung am 5. Oktober mit 60 teilnehmenden Transplantierten (in einem eigenen Bus angereist) die Mehrheit aller österreichischen Teilnehmer. Über Inhalt des Symposiums und das Wesen des Green-Ribbon-Aktionstages wurde in Diaplant Aktuell, Nr. 4/2012, ausführlich berichtet.
Zusammenfassung: Der Obmann freut sich besonders über die vortreffliche Zusammenarbeit der Patientenvereinigungen untereinander und über das reibungslose Zusammenwirken mit den für unseren Bereich maßgeblichen Ärzten. Dies ist beispielgebend für alle anderen Bundesländer. Bei der Mitwirkung am Zustandekommen des neuen Transplantationsgesetzes hat sich die Tragfähigkeit dieser Partnerschaft deutlich herausgestellt – zum Vorteil für alle Beteiligten. 

WEIHNACHTSFEIER

Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung und das Mittagessen fand die Weihnachtsfeier statt. Es musizierten Richard und Daniela Gutternigg; sie gaben auch Kostproben ihrer Gesangeskunst. Immerhin hatten sie heuer an einer Schubert-Oper als Sänger mitgewirkt. Mag. Julius Lukas las fröhliche Gedichte und Walter Kiesenhofer führte durch das Programm. Es war schon „dumpa“, als die Gäste aufbrachen und nach einem schönen Tag nach Hause fuhren.


Text und Fotos:  Walter Kiesenhofer (Diaplant)