Transplantationsjubiläum in Linz mit „Green Ribbon“ Aktionstag

17.09.2012 16:28

Sr. Immaculata (Elisabethinen Linz) im  Gespräch mit einer Passantin

 

Am 14. September lud die Leitung des Linzer Krankenhauses der Elisabethinen (liebevoll „die Liesln“ genannt) im Rahmen eines Pressegesprächs zur Jubiläumsfeier anlässlich der 1000. Nierentransplantation. Seit den Pioniertagen 1974 werden hier Nieren transplantiert, derzeit zählen die „Liesln“ zu den führenden Transplantationszentren Österreichs. Pro Jahr werden hier etwa 60 Nieren verpflanzt. Mit 27% Lebendspenderanteil nimmt man auf diesem Gebiet in Mitteleuropa eine ganz bedeutende Position ein. Bisher wurden dabei sogar 13 Organverpflanzungen trotz ungleicher Blutgruppen durchgeführt.

Professor Dr. Rainer Oberbauer klärte die erschienen Pressevertreter als nephrologischer Leiter nicht nur über diese Eckdaten auf, sondern betonte auch die zunehmende Bedeutung der Lebendspende. Dies unterstrich ebenfalls Prof. Dr. Reinhold Függer von chirurgischer Seite. Er schilderte Logistik und Einsatz von zwei Teams zu jeweils 7 Personen parallel in zwei OP-Sälen, ein Team für den Spender und eines für den Organempfänger. Besonders erwähnenswert ist das webbasierte Nierenportal, in dem die abzugleichenden klinischen Parameter der wartenden Patienten gewartet werden. Vor Ablauf der Gültigkeit eines Wertes ergeht eine elektronische Information an das Krankenhaus (behandelnde Stelle) und an den Patienten, sodass jederzeit die Aktualität für eine Transplantation gewährleistet ist.

Rudolf Brettbacher, Obmann der Vereinigung der Dialysepatienten und Nierentransplantierten OÖ., wurde von Prof. Oberbauer eingeladen, am Pressegespräch teilzunehmen und auch öffentlich auf das Thema Organspende und Transplantation aufmerksam zu machen. Zu diesem Zweck hatte die bewährte PR-Agentur B&K aus Wien ein Zelt im Stadtzentrum auf dem Taubenmarkt aufgestellt, wo 13 Mitglieder der Selbsthilfevereinigung mit ihren eigenen sowie speziell für den Anlass angefertigten Foldern in der Zeit zwischen 10 und 16 Uhr gut 700 Passanten informierten. Sehr erfreulich war das rege Interesse und die Aufgeschlossenheit zahlreicher Menschen. Oberarzt Dr. Neudorfer, der dabei als medizinischer Experte mitwirkte, konnte viele Details beantworten. Auch Schwester Immaculata, die beliebte „Seele“ der Dialysestation und weitere Personen, standen den Passanten Rede und Antwort. Es war insgesamt eine sehr wertvolle Aktion im Zeichen des „Green Ribbon“ (Zeichen für Organspende und Transplantation), welches nicht nur groß auf dem weißen Zelt und auf allen Foldern, sondern auch auf den T-Shirts des Teams und sogar auf den tausend ausgegebenen Mineralwasserflaschen prangte.  

 

 

Bericht und Foto: Walter Kiesenhofer, Verein Diaplant